Systemaufstellung: Gedanken 08. März 2026 von 12 - ca. 17 Uhr in Lausen (nahe Basel)

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Du überlegst Stellvertreter*in bei einer Systemaufstellung zu sein

Wenn sich jemand als stellvertretende Person an einer Systemaufstellung beteiligen möchte, hat das verschiedene Gründe:

  • Die einen erhoffen sich, eigene Probleme zu lösen und Erkenntnisse zu gewinnen
  • Andere wollen primär einfach einen Beitrag leisten
  • wieder andere interessieren sich für die psychologischen und somatischen Aspekte

Was alle, wie auch du mit einer Teilnahme als Stellvertreter, gemeinsam haben, ist: Ihr erweist einer anderen Person einen unglaublichen Dienst.

Dennoch verstehe ich, wenn du unsicher bist, nicht weisst, ob das hier zu dir passt und dass du Bedenken hast, deine “Rolle” nimmt dich zu sehr mit.

Darum bekommst du in diesem kleinen Beitrag echte Erfahrungen von echten Stellvertretenden. Auch erkläre ich dir,

  1. was dich erwartet und wie du dich vorbereiten kannst
  2. was in der Aufstellung mit Stellvertretenden passiert
  3. und welchen Mehrwert du ganz persönlich davon hast

Ich freue mich darauf, dich auf eine kleine Reise der Stellvertreter mitzunehmen!

Stellvertreter werden in einer Systemaufstellung

Das erwartet dich in diesem Beitrag:

Spring zum Thema

Was sind und was machen Stellvertreter bei einer Systemaufstellung?

Eine klassische Aufstellung in der Gruppe, sei es das Familienstellen oder eine individuelle und nicht einzuordnende Aufstellung, findet mit Stellvertretern statt.

Als Stellvertreter oder Stellvertreterin schlüpfst du in eine vordefinierte Rolle.

Das kann beispielsweise die verstrittene Schwester der betroffenen Person sein, der Vater oder auch die Vorgesetzte. Beim Familienstellen wärst du dann exemplarisch Vater Markus und eine weitere Teilnehmerin übernimmt die Rolle der Schwester.

Deine „Aufgabe“ ist es nun, dich etwas in die Rolle hineinzuversetzen. Aber keine Sorge, du musst weder schauspielern noch begabt im Rollenspiel sein.

So läuft die Wahl zum Stellvertreter ab:

Alles, was du am Anfang tun musst ist, zu Beginn der Aufstellung zuzuhören. Ich frage die Person zu Beginn nach ihrem Thema, dann erklärt die Person ihr Anliegen und was sie beschäftigt.

Es findet zunächst ein Dialog statt, bei dem der Inhalt der Aufstellung klar wird.

Danach fragt dich die Person vielleicht, ob du die Rolle von XY übernehmen möchtest. Die Auswahl passiert intuitiv, ich als Aufstellerin schlage niemanden vor.

Du kannst auch die Rolle der Person angeboten bekommen, die das Anliegen hat.

Das ist für die aufzustellende Person später wichtig, denn sie wird zum Zuschauer und übernimmt die Perspektive Dritter.

Ablauf: So wirst du als Stellvertreter gewählt

Jetzt fragst du dich sicher, ob man seine Rolle annehmen muss

Die angenehme Antwort darauf: „Nein, musst du nicht.“ Die Rolle ist freiwillig und die betroffene Person ist dir auch nicht böse, wenn du ablehnst.

Ein häufiger Grund dafür ist der emotionale Aspekt [10].

Wenn du dir die Situation und die Rolle nicht zutraust, weil vielleicht etwas Ähnliches bei dir akut eine Last darstellt und du einfach noch nicht bereit bist, dann möchten wir das respektieren.

Hinweisen möchte ich dennoch darauf: es könnte ein grosses Geschenk in Form einer Erkenntnis für dich oder für dein Leben geben, wenn du dich in die Rolle einlässt.

Solltest du annehmen, dann bist du aktiver Teil der Systemaufstellung

Die Person, an deren Aufstellung du teilnimmst, stellt sich dann hinter dich und legt ihre Hände auf deine Schultern. Sie führt dich jetzt an einen Platz im Raum.

Auch das passiert intuitiv, denn nach dir sind andere, die stellvertretend sind, an der Reihe, platziert zu werden.

Das Bild zeigt dir zur Veranschaulichung, wie das dann aussehen kann.

Beispielhafte Positionierung Stellvertreter

Bei genauerer Betrachtung fällt dir hier auf, dass Mama und Schwester deutlich enger der Person, deren Aufstellung wir machen, gegenüberstehen.

Als Stellvertreter erlebst du jetzt alles hautnah mit

Stell dir kurz vor, du bist in der Rolle jener Person, für die wir die Aufstellung machen. Du stehst vor der “deiner Mutter” und “deiner Schwester”.

Beide sehen dich an, stehen dir gegenüber und du stehst da ganz alleine.

Ich würde dich nun fragen, wie du dich fühlst. Du antwortest dann ganz so, wie du die Situation wahrnimmst. Danach frage ich die Person, deren Aufstellung wir machen, wie sie die Szenerie sieht und was sie empfindet.

Nach und nach positioniere ich dich und die anderen auch um, gebe euch symbolisch Gegenstände in die Hand und manchmal bitte ich euch auch, euch hinzusetzen oder (wenn das für euch ok ist) euch mal mit den Händen zu berühren.

Ich gebe Lösungssätze, die die Personen aussprechen (falls sie das nicht können, sagen sie mir das, dann formuliere ich die Worte anders).

Du und die anderen sollen dann eure Reaktion darauf im Körper wahrnehmen und mir beschreiben.

Somatische Reaktionen (Somatic Experience) und Emotionen

Viele Teilnehmende berichten, dass Gedanken, Worte oder Gefühle „einfach geschehen“. Dies deckt sich mit Konzepten impliziter Verarbeitung und körperlicher Resonanz, wie sie auch in traumatherapeutischen Verfahren beschrieben werden [1][3].

Somatic Experience: Fight, Flight, Freeze

Dein Körper reagiert auf Situationen ganz instinktiv und genau das wollen wir auch.

Du bist das Sprachrohr der Rolle, die du einnimmst, und hilfst der Person so, ihre Wahrnehmung zu erweitern, neue Eindrücke zu gewinnen und Ursachen zu finden.

Das Erleben von „fremden“ Gefühlen oder Haltungen wird theoretisch als repräsentierende Wahrnehmung beschrieben, lässt sich aber auch durch Projektion, nonverbale Hinweise und Gruppendynamik erklären [9].

Das passiert einmal durch die Situation, aber auch durch gezielte Fragen.

Systemische Fragen an dich als Stellvertretende einer Aufstellung

Systemische Fragen zielen darauf ab, auf Ursachenforschung zu gehen. Sowohl die Person, die aufgestellt wird, als auch du als Stellvertreter bekommst solche Fragen.

Das Ziel ist es, immer mehr Informationen aus der Situation zu bekommen und so lösungsorientiert zu Ergebnissen zu kommen.

Abbildung der systemischen Fragen einer Aufstellung

Diese Vorgehensweise vermeidet Deutungen und ähnelt methodisch dem Vorgehen körperorientierter Verfahren (Somatic Experience) bei denen Aufmerksamkeit, Selbstwahrnehmung und Regulation im Vordergrund stehen [1][3].

Auch die Person, die wir aufstellen, fühlt die Dynamiken und ihr Körper könnte angespannt, locker oder mit Rückzug aus einer Situation reagieren.

Kann jeder Stellvertreter*in in einer Systemaufstellung werden?

Nach diesem Crashkurs zum Thema Aufstellung ist eine Frage regelmässig in meinen Nachrichten. Typischerweise wird gefragt, ob nur gewisse Menschen als Stellvertreterin geeignet sind.

Aus methodischer Sicht sind Stellvertreterinnen keine speziell ausgebildeten Fachpersonen, sondern bewusst unvoreingenommene Teilnehmende.

Genau diese fehlende Vorinformation gilt in der systemischen Theorie als zentraler Wirkfaktor, da sie Suggestionen und bewusste Rollengestaltung reduziert [9].

Deine Unvoreingenommenheit ist genau das, was wir brauchen, um die Person, deren Rolle du einnimmst, frei sprechen zu lassen. Vielleicht hast du eine ganz andere Wahrnehmung der Person, die du verkörpern sollst, und das kommt dann zum Vorschein.

In einer Aufstellung war ein Stellvertreter der Mann der Klientin. Diese kam einfach nicht weiter in ihrer Beziehung.

Der Herr, der den Mann spielte, warf ein, zu erkennen, dass sein Verhalten von Nachteil ist. Aber noch mehr Angst habe er, ein Missverständnis so stehen zu lassen.

Wärst du anwesend gewesen, hättest du den Aha-Moment der Klientin spürbar miterlebt. Die Dynamik hatte sich nur durch diese freie Meinungsäusserung komplett gewandelt.

Es gibt demnach keine besonderen Voraussetzungen, um als Stellvertreter*in an einer Aufstellung teilzunehmen

Es geht nicht darum, eine bestimmte Technik perfekt zu beherrschen oder ein psychologisches „Werkzeug“ anzuwenden.

Die wahre Veränderung passiert durch das, was du währenddessen spürst (das implizite Erleben) [1][3] und dadurch, was du uns während der Aufstellung sagst, wie du dich fühlst und was du für Eindrücke in deiner Rolle hast.

Deine Teilnahme besteht nicht aus Interpretieren oder Problemlösen, sondern darin, wahrzunehmen und zurückzumelden, was du spürst. Diese Form der repräsentierenden Wahrnehmung ist in Studien bislang nur begrenzt untersucht [9].

Sich selbst zu finden, heißt sich selbst zu verstehen

In deiner Rolle als Stellvertreterin tust du ganz unbewusst das Richtige

Dennoch gibt es klare Belege, dass deine Teilnahme einen Mehrwert für die Person darstellt, für die du eine Rolle eingenommen hast, sowie für all jene, die passiv zuhören, zuschauen und mitfühlen.

Was allerdings auch wichtig ist: Du selbst nimmst ebenfalls eine ganze Menge für dich mit, selbst wenn du gar keinen direkten Bedarf an einer eigenen Aufstellung hast.

Was du von Teilnahme als Stellvertreter mitnimmst:

Studien zur Aufstellungsarbeit zeigen, genau wie die Berichte meiner Kunden, dass du auch ohne eigene Aufstellung Veränderungen in Befindlichkeit, Perspektive und Handlungsspielraum bemerken wirst [6][7].

Empirische Studien zur systemischen Aufstellungsarbeit zeigen, was Stellvertretende nach der Teilnahme an einer intensiven Aufstellung bemerken:

  • Verbesserung der psychischen Befindlichkeit
  • subjektive emotionale Entlastung
  • klareres Erleben von Beziehungen und Rollen
  • gesteigerter Handlungsspielraum

Diese Effekte wurden sowohl bei Aufstellenden als auch bei Stellvertreter*innen beobachtet [5][6][7].

Die so oft zitierte Studie der Universität Heidelberg zeigt ebenfalls kleine bis mittlere Effekte, die bis zu vier Monate nach der Aufstellung anhielten [5].

Vorteile vom Stellvertreter sein in einer Aufstellung

Ich hinterfrage Meine Arbeit jedoch selbst immer kritisch, denn nur so kann ich immer eine zielführende Aufstellung durchführen.

Darum möchte ich auch betonen, dass die Forschung in Bezug auf die Aufstellungsarbeit noch viel in Daten und echte Messwerte fassen muss [8].

Auch werde ich dir nicht vorenthalten, warum du bei mir eine ganz besondere Nachbereitung erhältst.

Risiken und Nebenwirkungen einer Partizipation als Stellvertreter

Wirst du von der Person, dessen Anliegen wir machen, aus der Rolle entlassen, drehst du dich 2 × um dich selbst und setzt dich dann wieder auf deinen Stuhl. Dieses Ritual hat einen Grund.

Bei einer Aufstellung kann es emotional werden. Besonders, wenn die Person, die wir aufstellen, nach einer Weile von mir selbst in die Aufstellung geholt wird, um die Ursache aktiv anzugehen.

Ein Beispiel aus einem Familienstellen in Lausen

Die gute Seele, welche die kleine Schwester “gespielt” hat, war in der Situation so ergriffen, dass sie automatisch nach dem Arm “ihrer grossen Schwester” griff, um physischen Beistand zu leisten.

Ich erklärte, warum die jüngere Schwester der älteren nicht helfen darf. Es geht hier nicht um Empathie, sondern darum, die andere Person nicht zu entmächtigen, sondern ihre eigene Kraft zu finden.

Nach der Aufstellung ging es der Person, die wir aufstellten, viel besser. Doch die “kleine Schwester” musste sich erstmal kurz erholen. Auch andere, die nur passiv dabei waren, brauchten erstmal einen Moment.

Die Forschung und Fachliteratur weisen auf mögliche Belastungen hin:

  • Emotionale Überforderung, insbesondere bei sensiblen Personen oder bei unzureichender Vorbereitung [10]
  • Nachwirkungen der Rolle, wenn keine bewusste Auflösung erfolgt [11]
  • Fehlende Nachsorge, die ungelöste Emotionen verstärken kann [12]
  • Grenzverletzungen oder Gruppendruck in schlecht geführten Settings [12]
  • Aktivierung eigener, unverarbeiteter Themen ohne therapeutische Begleitung [10]

Diese Punkte unterstreichen, warum ich so eine achtsame Leitung führe und so detailliert bei der Nachbereitung bin.

Egal, ob du selbst aktiv eine Aufstellung machst, als Stellvertreter*in aktiv bist oder wirklich nur passiv die Eindrücke, Themen und Erlebnisse mitverfolgen möchtest: Ich achte darauf, dass alle frei und wohlauf aus meinem Workshop gehen und nur Positives wie Besseres mit auf den Weg bekommen.

 

Abschliessend möchte ich dir noch ein paar Eindrücke aus meiner jüngsten Erhebung von den Erfahrungen meiner Stellvertretenden aus den Workshops mitgeben.

So ist es, Stellvertreter zu sein: persönliche Erfahrungsberichte

Als Stellvertreter*in erlebst du ganz oft ein Gefühl von sinnstiftender Bestimmung. Viele sagen, sie fühlen sich hier gebraucht, wertvoll oder wichtig. Als stellvertretende Person bist du das, wie eingangs erwähnt, auch.

Ein Auszug aus meiner Umfrage ergibt:

  • Ich fühlte mich als wichtiges Wesen.
  • Ich war gespannt, was auf mich zukommt, ohne irgendwelche Erwartungen.
  • Ich war überrascht, aber irgendwo auch sehr angenehm, das alles zu fühlen.

Dass eine Aufstellung emotional ist, habe ich dir erklärt.

Eine weitere Frage lautete: “Gab es einen Moment während der Aufstellung, der dich besonders berührt hat?

Auch hier sind viele interessante Aussagen gefallen:

  • Ja, immer wenn es mir „geredet“ hat, ohne dass ich wusste, was ich sagen soll, geschweige denn an einer Formulierung oder gar Wortwahl herumzudenken.
  • Ich war zugleich überrascht und berührt, dass ich mich in eine Rolle als Stellvertreterin einfühlen konnte und meinen Gefühlen freien Lauf lassen konnte.
  • Als mich beim Familienstellen die Rolle des Bruders der Person regelrecht überwältigt hat.

Ebenfalls verweisen viele Erfahrungen auf die körperlichen Reaktionen, die ganz automatisch passieren.

Ich hatte ebenfalls gefragt, ob Stellvertretende körperliche oder emotionale Reaktionen in ihrer Rolle wahrnehmen konnten:

  • Ja, ich war beide Male in einer Rolle, welche ich selbst schon durchlebt habe, und es kamen dieselben etwas unangenehmen Gefühle auf.
  • Beides, es hat mich voll mitgerissen.
  • Ja, ich habe gespürt, dass jemand missverstanden wird und es einen Konflikt gibt, der nicht sein müsste.

Die Folgefrage lautete: “Hattest du das Gefühl, dass du „etwas gespürt“ hast, obwohl du die aufgestellte Person nicht kanntest?

Auch hier sind die Aussagen sehr nachvollziehbar:

  • Ja, besonders beim Vertrauen. Aber es war ein fremdes Vertrauen. Nicht meines, welches ich genau kenne.
  • Dass es der aufgestellten Person in ihrer Situation nicht gut ging. War für mich sehr emotional.
  • Ja da war schon eine Art Verbindung, die man sich so nicht erklären kann.

Natürlich wollte ich auch wissen, was die Stellvertretenden für sich mitgenommen haben.

Die Frage lautete: “Gab es etwas, das du durch deine Rolle als Stellvertreter:in auch für dich selbst mitgenommen hast?

Die Antworten der Umfrage sind sehr selbstreflektierend ausgefallen:

  • Ja, Achtung und Respekt vor allem was da an Erlebtem so gelaufen ist. Ich hatte immer den notwendigen Respekt in der Rolle für einen anderes Lebewesen, so vorsichtig wie möglich damit umzugehen, um ja nichts zu beeinflussen.
  • Dass ich mich den Problemen im Alltag mehr stellen sollte, aber vor allem zuerst schauen, dass es mit gut geht.
  • Ja, ich habe gelernt, dass sich verstehen unheimlich schwer sein kann. Vieles kann fehlinterpretiert werden, ohne es zu merken und dann entstehen Missverständnisse.

Ein Argument, das viele entgegenbringen, ist, dass Stellvertreter ja aufgrund der Vorgeschichte und der gesellschaftlichen Standards, ihrer Empathie und Voreingenommenheit aufgrund eigener Ansichten die Antworten und Gefühle verfälschen würden.

Dieses Argument kann ich gut nachvollziehen. Du weisst genau wie ich, was gutes Taktgefühl ist und wie man sich beispielsweise bei einem Verlust oder gegenüber Beziehungsproblemen verhalten sollte.

Gerade Männer neigen sehr zu Lösungen, während Frauen die Sicht der Freundin im Beziehungsstress verteidigen. In der Rolle eines Stellvertretenden funktioniert das erstaunlicherweise nicht.

Ich habe den Teilnehmenden im Nachgang auch Fragen dazu gestellt.

Die Befragten sollten offen gestehen, ob das Wissen um die Rolle, welche ja nur “gespielt” wird, einfluss auf Ihre Aussagen und Gefühlswelt hatte:

  • Das Denken und die Antworten sind einfach geschehen. Ich habe mir vorgenommen, achtsame Worte und Formulierungen zu verwenden, aber es hat völlig unkontrolliert einfach die Antworten geredet.
  • Ist schwierig zu beantworten. War eine ganz andere Situation und für mich nicht vergleichbar mit dem Alltag.
  • Anders auf jeden Fall, ich glaube ich befasse mich im Alltag generell eher unterbewusst damit wie ich wirke und spreche

Dieses psychologische Phänomen lässt sich auf die Emotionalität einer Aufstellung zurückführen. Wenn du eine empathische Person bist, überwiegt deine Emotionalität deine Rationalität.

Es ist selten, dass jemand wirklich die gesamte Aufstellung hindurch seine persönlichen Referenzen und Erfahrungen in rationale Antworten und körperliche Reaktionen fliessen lässt.

Gerade deshalb ist eine Aufstellung so effektiv, um Umstände proaktiv mit System anzugehen. Was mich übrigens sehr gefreut hat, ist, dass 97 % der Befragten die Aufstellung positiv empfunden haben.

Abschließend gibt es noch einen Auszug an Worten, die meine Stellvertretenden an dich direkt richten.

Was würdest du jemandem sagen, der sich unsicher fühlt, ob er oder sie als Repräsentant:in mitmachen sollte?”:

  • Wesen, welche ich gut kenne und einschätzen kann, würde ich folgendes empfehlen. Geh mal hin ohne Erwartungen.
  • Lass Dich führen, denn die Sherin macht das sehr einfühlsam und professionell. Und ganz wichtig. Es bleibt alles dort und niemand wird Details nach außen tragen. In diesem Sinne bist Du wie anonym.
  • Er oder Sie soll es auf jeden Fall probieren, denn es ist eine super Erfahrung. Und ich denke jeder Mensch der dies einmal erlebt hat und offen ist, wird wieder mitmachen.
  • Unbedingt machen, das ist ein Mehrwert für alle und für einen selbst.
  • Wenn weder Therapie, noch Coaching was bringen oder unbequem sind, dann ist eine Aufstellung, egal ob beruflich oder privat, die beste Option für dich.

Und viele würden und werden wieder zu meiner Systemaufstellung kommen.

Am Ende habe ich gefragt, ob man erneut eine Aufstellung bei mir besuchen würde, und wenn ja, warum.

Die Antworten waren allesamt sehr erfreulich:

  • Ja, in einer vertrauten Umgebung mit lieben Wesen, wo auch ich etwas einbringen und mitwirken darf. Und wo ich verstanden werde.
  • Weil ich es super finde und mir jedes Mal wieder ein Gefühl der Entspannung, Gelöstheit und Freiheit gibt. Ich finde es sehr schade, dass es nicht mehr Personen gibt, welche diese Angebote von dir wahrnehmen, wenn es ihnen nicht gut geht.
  • Mir hatst du vor drei Monaten sehr geholfen, als ich in einer Krise steckte und ich bin sehr froh, dass es so tolle Menschen gibt, welche bereit sind zu helfen. Ganz, ganz herzlichen Dank liebe Sherin
  • Absolut, die Hilfe anderen gegenüber sowie die Art und Weise sich auch selbst zu erleben aus dritter Sicht ist einmalig.

Ich freue mich ja, wenn ich solch gutes Feedback zu meinen Aufstellungen erhalte smile.

Alles gelesen? Vielen herzlichen Dank!

Ich hoffe, dieser Einblick konnte deine Fragen beantworten und die Erfahrungen und Aussagen bieten dir eine gute Entscheidungsgrundlage.

Als Stellvertreter*in kannst du einen grossen Mehrwert schaffen. Für dich und für andere. Die Aufstellungen anderer geben dir neue Perspektiven und vielleicht auch die noch fehlende Initiative, selbst eine Aufstellung für dein ganz eigenes Anliegen zu machen.

Wenn du als Stellvertreter*in an einer Aufstellung teilnehmen willst, dann registriere dich für den nächsten Workshop bei mir in Lausen (Basel-Landschaft).

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Hast du erfahren, was du wissen wolltest? Wenn ja, gibt es hier weitere tolle Einblicke, die dir viele Antworten geben.

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Quellenverzeichnis (nach APA 7)

[1] Brom, D., Stokar, Y. N., Lawi, C., Nuriel-Porat, V., Ziv, Y., Lerner, K., & Ross, G. (2017). Somatic Experiencing for posttraumatic stress disorder: A randomized controlled outcome study. Journal of Traumatic Stress, 30(3), 304–312. https://doi.org/10.1002/jts.22189

[2] Brom, D., et al. (2017). Follow-up Ergebnisse, ebenda.

[3] Bregenzer, M., & Hartmann, C. (2019). Ein systematisches Review zur Wirksamkeit und Wirkweise von Somatic Experiencing (SE). Unveröffentlichtes Manuskript, Somatic Experiencing Deutschland.

[4] Bregenzer, M., & Hartmann, C. (2019). Methodische Einschränkungen, ebenda.

[5] Weinhold, J., Gremmler, C., Lang, T., & Petrowski, K. (2013). Wirksamkeit von systemischen Aufstellungen: Eine randomisierte kontrollierte Studie. Universität Heidelberg, Institut für medizinische Psychologie.

[6] Weinhold, J., et al. (2013). Subjektive Effekte bei Teilnehmenden, ebenda.

[7] Gutmark, B. (2014). Systemische Aufstellungen im organisationalen Kontext. https://www.systemischefamilienaufstellung.de/files/pdf/B-J-Gutmark-Systemische-Aufstellungen-2014.pdf

[8] Hildenbrand, B. (2022). Zur Wirksamkeit systemischer Interventionen im Kontext von Organisationsberatung und Personalentwicklung. Systemische Gesellschaft. https://systemische-gesellschaft.de/wp-content/uploads/2022/10/Artikel-Wirksamkeit-systemischer-Interventionen.pdf

[9] May, A.-K., & Reifegerste, D. (2023). Systemische Aufstellungen als Methode zur Erforschung sozialer Netzwerke in der Gesundheitskommunikation. SSOAR. https://kwerenzia.de/wp-content/uploads/2023/12/ssoar-2023-may_et_al-Systemische_Aufstellungen_als_Methode_zur-1.pdf

[10] Raymond-Rychner, D. (2024). Wirkung und Vorteile als Stellvertreter in einer Aufstellung. https://dominique-raymond-rychner-coaching.ch/wirkung-und-vorteile-als-stellvertreter-in-einer-aufstellung/

[11] Familienstellen-Meditation. (o. D.). In der Stellvertreter-Rolle hängen bleiben – oder verweilen? https://familienstellen-meditation.de/stellvertreter-rolle

[12] Staysana. (2024). Ist Familienaufstellung gefährlich? https://staysana.com/magazin/ist-familienaufstellung-gefaehrlich/